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Zwei- und mehrsprachige Leseförderung

Der Förderverein Lesen in Mülheim organisiert mit acht Grund- und Hauptschulen im Bezirk Mülheim ein Projekt unter dem Namen Bilingus. Der Name soll auf den zweisprachlichen Ansatz verweisen. Mit dem Projekt soll die Lese- und Sprachkompetenz der Schüler, besonders derer mit Migrationshintergrund, gefördert werden. Lesen Sie hier eine erste Projektbeschreibung, die wir laufend ergänzen werden:

Warum Grund- und Hauptschulen? - Inzwischen bestehen viele Schulklassen der Grund- und Hauptschulen überwiegend aus Schülern mit Migrantenhintergrund, die oft nur über geringe Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Die Vermittlung des Lehrstoffes ist daher bei diesem Personenkreis erheblich beeinträchtigt. Die Perspektive für eine spätere schulische und berufliche Qualifikation gestalten sich äußerst schwierig.

Erst über Grund- und Hauptschulen sind insbesondere die Kinder sowie Eltern der Migrantenfamilien erreichbar, da von diesem Personenkreis der Kindergartenbesuch in der Regel nicht in Anspruch genommen wird. Da in der Herkunftsfamilie oftmals keine oder nur mangelhafte Deutschkenntnisse vorhanden sind und oft auch eine Entfremdung der Muttersprache stattfindet, gestaltet sich die Teilnahme der Schüler am Unterricht sehr problematisch. Das umstrittene Rucksackprojekt, hat u.a. gezeigt, dass erst über das Elternhaus die Kinder erreichbar sind. Eltern wie auch deren Kinder, die die vielfältigen Angebote der Sprachförderung in Anspruch nehmen, sollen hierdurch durchaus in die Lage versetzt werden, die deutsche Sprache sowie die ihrer Heimat zu erlernen.

Einhergehend mit dem Identitätsverlust und der Identitätssuche der Migranten wie auch den allmählichen Verlust der Muttersprache, ist der Erwerb der deutschen Sprache unerlässlich, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten. Erst durch die Beherrschung der deutschen Sprache werden die Migranten u.a. in die Lage versetzt erfolgreich den Umgang mit Medien in Schulen und Bibliotheken zu bewerkstelligen. Die qualitative Lese- und Schreibfähigkeit ermöglicht erst den modernen Umgang mit Wissen und den erforderlichen Wissenstransfer in unserem Sprach- und Kulturraum. Die Sprache soll und muß den Stoff des Wissens in ständigem Fluss halten. Die Umgangssprache dient lediglich als Ausdrucksmittel für alle Belange des täglichen Lebens.Der Spracherwerb der deutschen Sprache ist ein Mittel zur Integration und Chancengleichheit.

Problemfeld -
Mangelhafte Sprachkenntnisse der Migranten führen zur mangelnder Akzeptanz in der Gesellschaft ihrer Wahlheimat. Bedingt durch den Aufenthalt in ihrer Wahlheimat findet eine allmähliche Entfremdung zum Herkunftsland hinsichtlich Kultur und Sprache statt. Nicht mehr im Herkunftsland als „Einheimischer" angenommen zu werden und in der Wahlheimat „Ausländer“ zu sein, verstärkt den Wunsch nach Identität und Identitätssuche. Das Entstehen von Parallelgesellschaften wird durch diese Umstände begünstigt.

Zielsetzung/These - Durch multi-/bilinguale Lesungen und Bereitstellung mehrsprachiger Medien soll die Sprach- und Lesekompetenz gefördert werden. Die Beherrschung der deutschen Sprache stellt u.a. eine der Voraussetzungen zur Integration in die hiesige Gesellschaft dar. Sie ermöglicht erst den Migranten den Zugang zur Integration in die Gesellschaft ihrer Wahlheimat.

Wie soll das Ziel erreicht werden - Im interdisziplinären Zusammenwirken zwischen den Bibliotheken, Schulen, Jugendhilfeträgern und LiM soll die Sprach- und Lesekompetenz erreicht werden. Die beteiligten Träger stellen die Räumlichkeiten, die PC-Technik, die Literatur und das Personal zur Verfügung. Durch die Schulen als Wissensvermittler und den freien Träger der Jugendhilfe, die ihre Professionalität insbesondere für Migranten einbringen, soll eine ganzheitliche Förderung zur Lese- und Sprachkompetenz erreicht werden.

Zielkontrolle - Die Zielkontrolle soll unter Zurhilfenahme einer EDV gestützten Datenbank unter Beteiligung aller Kooperationspartner erfolgen. (mm/LiM)


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